Eva E. Seimer

FAQ

FAQs zum Thema Paartherapie

Ich beziehe mich in den Ausführungen der Einfachheit halber auf Therapeutin, selbstverständlich gelten die Ausführungen auch für männliche Therapeuten. 

Worauf muss ich achten wenn ich mir eine Paartherapeutin suche?

Da das therapeutische Arbeiten ein hohes Maß an Vertrauten und Intimität zur Grundlage hat, ist die gegenseitige Sympathie von hoher Bedeutung. Prüfen Sie, ob die Vorstellung, dass diese Person Einblick in Ihre tiefsten Gefühle und in die Dynamik Ihrer Partnerschaft erhält, sich gut anfühlt und stimmig ist. Trifft das zu, so sind Sie schon einen guten Schritt weiter.
Selbstverständlich sollten Sie darauf achten, dass die Therapeutin eine fundierte Ausbildung (Studium der Psychologie, Sozialpädagogik oder Pädagogik) im psychosozialen Bereich hat. Es werden viele Aus- und Weiterbildungen in Paartherapie angeboten, es gibt allerdings keine allgemein gültigen Prüfkriterien für die Qualität dieser Angebote. Sie können jedoch davon ausgehen, dass eine qualifizierte, nebenberufliche Weiterbildung mind. zwei Jahre umfassen muss.

Scheuen Sie sich nicht danach zu fragen – auch ein Studium der Website gibt Ihnen einen guten Überblick über die Qualifikationen  und Berufserfahrungen.

Übernehmen die Kassen auch Paartherapie?

Nein, die Krankenkassen stehen auf dem Standpunkt, dass Paarschwierigkeiten keine Krankheit sind und daher nicht übernommen werden. Leider wird dabei übersehen wie groß die seelischen Qualen und Folgekrankheiten von Ehe- oder Beziehungsstress sind.

Was kostet eine Paartherapie?

Paartherapie kostet im Schnitt € 80,00 für 60 Minuten, die Honorare können allerdings nach oben und unten hin abweichen. Das ist eine Menge Geld, wenn Sie aber bedenken was eine Trennung, Scheidung oder ein Auflösen der gemeinsamen Wohnung kostet ist dieses Geld gut angelegt!

Wie lange dauert eine Paartherapie?

Diese Frage wird oft gestellt, ist auch nachvollziehbar, aber leider nicht pauschal zu beantworten. Es gibt (einige wenige) Fälle die bereits nach unter fünf Stunden so viel Anregungen mitnehmen, dass sie schon zu diesem Zeitpunkt zufrieden sind. Das ist eher als Beratung zu verstehen, es wird an den „äußeren Faktoren“ des Zusammenlebens gearbeitet, nicht in der Tiefe.

Wird allerdings im Zuge der Therapie auch die Lebens- und Liebesgeschichte der Partner aufgearbeitet – ein Prozeß der sehr wichtig ist da er an die Ursprünge geht und diese durch die Aufarbeitung heilt, - , so müssen Sie mit mind. 15 - 20 Stunden rechnen. Eine „vollständige“ Paartherapie kann bis zu 50 Stunden umfassen, das hängt sehr stark von dem Ausmaß an mitgebrachten „Altlasten“ und der gegenseitigen Verletzungen ab.

Sie können die zeitlichen und finanziellen Aspekte der Therapie selbstverständlich mit der Therapeutin besprechen und einen geeigneten Rahmen finden.

Wie oft muss man zur Paartherapie gehen?

Die besten Erfolge sind bei wöchentlichen Treffen zu erzielen, speziell die ersten fünf Sitzungen sollten möglichst nicht mehr als sieben Tagen dazwischen haben, da in dieser Phase ein wichtiger Grundstein gelegt wird, der eine bestimmte Intensität erfordert.

Erlaubt Ihre Zeit oder Ihr Konto keine wöchentliche Sitzung, so können Sie auch vierzehntägig kommen. Entscheidend für den Erfolg ist auch, dass Sie auch zwischen den Sitzungen an sich weiter arbeiten und wieder ins Gespräch und in den Austausch kommen. Eine Stunde in der Woche alleine ist sicherlich nicht ausreichend!     

Müssen wir gleich zu zweit kommen, oder kann ich erst alleine in die Sitzung gehen?

Es empfiehlt sich auf alle Fälle von Anfang an zu zweit an den Therapiesitzungen teilzunehmen. Dann sind alle drei auf dem gleichen Wissensstand in Bezug auf besprochene Themen und es besteht kein Ungleichgewicht.
Ist es Ihnen aber extrem wichtig erst mit der Therapeutin alleine ihre Situation zu besprechen, so sprechen sie diese darauf bei der Terminbergabe an. Manchmal ergibt sich ein Setting in dem jeder erst einmal eine Einzelstunde hat bevor die Sitzungen zu dritt beginnen. Die Aufgabe der Therapeutin in der ersten gemeinsamen Stunde ist es dann die besprochenen Themen in den Einzelstunden zusammen zu fassen damit sie nicht zur Hüterin von Geheimnissen wird.

Mein Partner/meine Partnerin will nicht mitkommen, macht es Sinn alleine anzufangen?

Wenn der Leidensdruck groß ist macht das sicherlich Sinn. Es wird einem in den Einzel-sitzungen die eigene Situation deutlicher als wenn man im Alltag „mittendrin“ ist. Allerdings unterstützt so ein Setting auch leicht mögliche bereits vorhandene Trennungsabsichten. Die Therapeutin kann nach 2-3 Stunden anbieten den nicht mitgekommenen Partner/Partnerin anzurufen und einzuladen an der nächsten Sitzung teilzunehmen. Manchmal bewirkt so ein Telefonat die Vorurteile wie „Psychotante“, „Seelenklempner“ aufzuweichen und doch noch eine gemeinsame Problemlösung anzustreben.        

Muss ich in der Paartherapie alle Geheimnisse preisgeben?

Selbstverständlich entscheiden Sie selber was Sie in den Sitzungen offenbaren
und was nicht. Allerdings macht eine Paartherapie wenig Sinn, wenn nicht beide Partner ehrlich sind. Gerade in der Paartherapie liegt die Chance bislang nicht Ausgesprochenes zur Sprache zu bringen und nach und nach wieder zu den Wurzeln der Liebe zu gelangen. Der geschützte Rahmen und die therapeutische Unterstützung bieten einen Rahmen der zu hause nicht zur Verfügung steht und genutzt werden sollte.

Ich habe eine Freundin/einen Freund und mein Partner/in soll das nicht wissen. Wie soll ich mich verhalten?

Auch sogenannte „Außenbeziehungen“ müssen offen angesprochen werden wenn eine Paartherapie erfolgreich sein soll. Im Gegensatz zu manchen Vorstellungen gibt es auch in diesen Situationen nicht nur Täter und Opfer. Es stellt sich immer die Frage: „Was bekommt der Partner/die Partnerin in der Außenbeziehung was er/sie in der bestehenden Beziehung nicht bekommt?“ Die Beantwortung dieser Frage kann ein Schlüssel dafür sein wie das „Ursprungspaar“ wieder an der Wiederherstellung der Gefühle für einander arbeiten kann.

Wann ist eine Paartherapie erfolgreich?

Die Paartherapie ist erfolgreich, wenn beide Partner bei Abschluss mit dem Resultat zufrieden sind.
Natürlich ist der „Idealfall“ wenn die verschüttete Liebe zu einander wieder entdeckt wird und gelebt werden kann. Die „neue“ Beziehung wird oft von einer neuen Tiefe beprägt und die Paare empfinden eine Seelenverbindung die sie vorher nicht hatten.
Wenn jedoch deutlich wird, dass die Fortführung der Beziehung nicht möglich ist, so ermöglicht die Paartherapie eine würdevolle Trennung, bei der beide Partner die Liebe die sie einst verbunden hat als Geschenk sehen und sich gegenseitig verabschieden. Vor allen Dingen wenn gemeinsame Kinder im Spiel sind ist es besonders wichtig, dass das Paar in der Elternrolle an einem Strang zieht und die Kinder nicht in ihre Paarkonflikte verwickelt.

Gibt es auch eine „Trennungstherapie“ ?

Wenn ein Paar bereits entschieden hat sich zu trennen, so kann es natürlich den Schwerpunkt auf diesen Abschnitt der Beziehung lenken.
In dem Trennungsritual der sogenannten „Inneren Scheidung“ (nach Michael Cöllen ) lernt das Paar die gemeinsame Zeit zu würdigen, die eigenen Anteile an dem Beziehungsabbruch zu erkennen und zu benennen, und das gemeinsame Umgehen mit einander in Zukunft zu klären.
Die Erfahrung zeigt, dass es überaus sinnvoll ist diesen Weg noch gemeinsam zu gehen, statt sich verfeindet den Rücken zuzuwenden.
Auch für zukünftige neue Beziehungen ist es ein sinnvoller Schritt in Frieden die alte Verbindung zu verlassen. Vor allen Dingen die Einsicht der eigenen Anteile erhöht die Chance die gleichen Fehler nicht zu wiederholen.

Wir sind ein homosexuelles Paar, können wir auch zur Paartherapie?

Selbstverständlich! Beziehungen von gleichgeschlechtlichen Paaren basieren in der Regel auf den gleichen Gesetzmäßigkeiten der Paardynamik. Die Arbeit mit homosexuellen Paaren hat die gleichen Erfolgschancen wie mit heterosexuellen Paaren.
Wenn Sie „auf Nummer sicher gehen wollen“ fragen Sie die ausgewählte Therapeutin ob sie Erfahrung hat in der Paartherapie von homosexuellen Paaren.